DJ-EM in Willingen

Autor: Peter Baumann - Eingestellt: B. Herlemann
Datum: 30.05.2024 - Letzte Änderung: 30.05.2024 17:54
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Deutsche Schachjugendmeisterschaft in Willingen

Ho In Lee (Zell) in der Altersklasse U12 dabei - Nicht spielfähig in Runde 3

 

(P.B.) Vom 18.5.-26.5.24 kämpfte die Deutsche Schachjugend um Titel. Ca 700 Spieler duellierten sich in allen Altersklassen. Wie  bereits im letzten Jahr war Ho In Lee vom Schachclub Zell als Badischer Meister für die Deutsche Meisterschaft qualifiziert und bei diesem einwöchigen Event in  Willingen dabei. Mit seiner Wertungszahl von 1669 lag er zum  Turnierstart in seiner Altersklasse an Platz 39 der Teilnehmerliste. 60 Spieler waren in der U12 am Start.

Die Auslosung zur 1.Runde servierte Lee  gleich einen Spieler  aus den TOP TEN.

Der an Platz 9 platzierte Ennio Rodriguez Klasen vom SV  Empor Berlin hatte mit 1872 Punkten eine deutlich  stärkere Wertungszahl und es schien so als sollte sich  der Unterschied im Mittelspiel mit einem Figurengewinn entscheidend zu dessen Gunsten bemerkbar zu machen.

Lee hatte aber rechtzeitig erkannt dass der Materialverlust mit Angriffschancen kompensiert werden konnte. Diverse Mattdrohungen konnte Lees Gegner zwar abwehren, aber ein  Dauerschach war nicht zu verhindern. Unentschieden. Für Lee ein Erfolg.

Nachmittags in Runde zwei – Pfingstsonntag  war Doppelrunde-wartete mit Simon Fischermann DWZ 1747 vom Traditionsverein SG Porz auch ein nominell  stärkerer Spieler auf Lee. Bei total ausgeglichenem Mittelspiel einigten sich die beiden rasch auf Remis.

Gustav Jahn vom SV Dresden-Striesen 1990 DWZ 1743 war am Pfingstmontag sein 3. Gegner. Besser gesagt, hätte es sein sollen. Krankheitsbedingt konnte Ho In Lee zu dieser Partie nicht antreten und musste den Punkt kampflos abgeben.Wohl keinen hat dies mehr geärgert als ihn selbst. Zur 4.Runde saß Ho In wieder am Brett, wenn auch noch etwas bleich. Nach den zwei Unentschieden in den ersten beiden Runden  gegen spielstarke Gegner die am Turnierende in den  TOP TEN platziert waren, galt es nun  den einen oder anderen Sieg zu erringen, um  den kampflosen Verlust der nicht gespielten Partie auszugleichen. Lees Gegner bot dafür DWZ  mäßig gute Chancen. Doch ein Plus von 150 DWZ Punkten  zugunsten  Lees garantierte am Brett noch keinen Sieg gegen Chenzhuo Gao vom Schachclub Rotenburg. Da Lee auch immer noch etwas angeschlagen wirkte, war das unentschiedene Ende nicht überraschend.  Auch in der 5. Runde kein  Sieg Erlebnis  gegen den Schleswig Holsteiner Theodor Lanert. Doch Lees Spiel war wieder kraftvoller  was Hoffnung machte für die nächsten Runden. Der erste Sieg gelang dann tatsächlich in Runde 6. Die Gier seines Gegners Max Leonhardt aus Brandenburg  war dabei wohl ein Grund. Leonhardt wollte die Partie mit der Brechstange gewinnen und überzog. Gegen den Kreuznacher Ediz Yozgyur folgte in Runde 7 gleich der nächste Sieg für Lee.  Die TOP TEN waren in Sichtweite. Zwei Siege in den letzten beiden Runden hätten Lee wohl ziemlich weit nach vorne katapultiert. Gegen Eduard Rau aus Nagold hatte Lee das Heft des Handelns auch in der Hand und bestimmte das Spielgeschehen. Bald war ein spannendes  Turmendspiel mit ungleich farbigen Läufern auf dem Brett und  Lee  verpasste die ein oder andere Chance entscheidende Vorteile zu gewinnen. Nach  insgesamt starkem Spiel büßte er durch einen für ihn völlig untypischen Fehler spielentscheidendes Material ein. Nun war die Luft raus. Nicht im Vollbesitz seiner Kräfte, den besten  Deutschen seiner Altersklasse  Paroli zu bieten und  dann eine sehr gut gespielte Partie durch eine Unachtsamkeit wegzuwerfen, das war hart. Und nahm ihm die Motivation auch  in der letzten Partie voll auf  Sieg zu spielen.  In einem total verschachtelten Läuferendspiel  gab  es weder für seinen Kontrahenten Oleksandr Levytskyi aus Göttingen noch für ihn Gewinnchancen. Nach 5 Unentschieden , 2 Siegen und nur einer Niederlage am Brett fand sich  Ho In Lee mit 4,5 Punkten in der Endabrechnung des Turniers auf Platz 31. Zum Turnierstart war er an 39 nominiert. Seine Turnierleistung war gut, vorbildlich war sein Wille das Turnier trotz Krankheit weiter zu spielen obwohl er nach dem Ausfall in der 3. Runde auch sicher noch länger geschwächt war. Kompliment an Ho In Lee.

 

 

 


 

                                               

 





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